Schwalben, Veilchen etc. - ein Gedicht von Rudolf von Agris
Schwalben, Veilchen etc.
Zur Mitte April
kann ich nicht ruhig sein.
Ich seh' mich dann zum Himmel späh'n
und halt nicht ein, nicht eher ein,
bis ich die erste Schwalb' geseh'n.
Ist Pfingsten da,
gespannt entlang die Augen schweifen
an Waldwegrändern, Hecken,
um mit beglückendem Aha
die Veilchen zu entdecken.
Und wenn ich eins gefunden,
pflück' ich's und schlend're weiter
durch viel belebte Frühlingsluft,
halt seinen Stengel dabei gern im Munde,
nahbei zu haben lieblich-stillen Duft.
Wenn End' August der Schneegäns' Töne
mein Ohr - stets unerwartet ist's - erreichen,
und seh' die Keilform, die am Himmel zieht,
ist das für mich das erste jähe Zeichen
am Jahreslauf, dass immer schneller er entflieht.
Rudolf von Agris

